Ihr Lieben, ich muss euch unbedingt von einem Erlebnis erzählen, das mich immer noch nicht loslässt! Letzten Juni war ich im Ashmolean Museum in Oxford – und wow, was für eine Überraschung! Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, was mich dort erwarten würde. Aber schon beim ersten Rundgang war ich völlig geflasht von der unglaublichen Sammlung. So viele wunderbare Exponate, und die Qualität… einfach atemberaubend!
Aber dann bin ich vor einem ganz besonderen Gemälde stehen geblieben und konnte mich einfach nicht mehr losreißen. Der Titel des Bildes ist echt lang: „The Virgin and Child with Saints Jerome, Bernardino of Siena, Catherine of Alexandria und Francis“, gemalt von Pietro di Francesco degli Orioli (einem Künstler aus dem 15. Jahrhundert, von dem ich zugegebenermaßen noch nie gehört hatte).
Und die Maria auf diesem Bild – oh mein Gott – sie war so wunderschön, so sanft und anmutig dargestellt, dass mir spontan der Gedanke kam: „Genauso muss Maria ausgesehen haben!“ Verrückt, oder? Aber genau das dachte ich in dem Moment.
Die heilige Runde – wer war da eigentlich mit dabei?
Das Schöne an diesem Gemälde ist, dass Maria nicht alleine da steht, sondern von vier richtig interessanten Heiligen umgeben ist. Jeder hat seine eigene Geschichte:
Da ist zum Beispiel der Heilige Hieronymus – ihr kennt ihn vielleicht als den Typ, der die Bibel ins Lateinische übersetzt hat. Hier sieht man ihn in seiner klassischen Büßer-Pose mit einem Stein auf der Brust. Ziemlich dramatisch, aber das passte zu seiner asketischen Lebensweise.
Dann haben wir Bernardino von Siena – ein franziskanischer Prediger, der richtig was bewegt hat in seiner Zeit. Der Mann war bekannt für seine kraftvollen Predigten und hat sich für soziale Reformen eingesetzt. Ein echter Aktivist seiner Zeit!
Katharina von Alexandria bringt eine ganz andere Energie mit ins Bild. Sie war eine frühe christliche Märtyrerin und steht für Weisheit und Mut. Ihr Attribut ist das Rad – ein Hinweis auf ihr tragisches, aber heroisches Ende.
Und natürlich darf Franziskus von Assisi nicht fehlen – der Gründer der Franziskaner, der für Nächstenliebe und Demut steht. Ihn kennt ja praktisch jeder, auch heute noch.
Warum fasziniert mich dieses Bild?
Also, ich bin ja keine Kunstexpertin, aber selbst ich konnte sehen, dass hier ein echter Meister am Werk war! Natürlich habe Ich recherchiert: Also, das Gemälde entstand um 1490, in einer Zeit, wo sich in der Kunst gerade richtig viel getan hat. Orioli hat es geschafft, die alte gotische Tradition mit den neuen Renaissance-Ideen zu verbinden – und das Ergebnis ist zauberhaft.

Die Farben sind sanft und gedämpft, dennoch irgendwie heiter. Die leichten Pinselstriche haben etwas Modernes. Jedenfalls, ich habe es so empfunden. Die Figuren sind, außer Maria nicht sehr vorteilhaft dargestellt. Wahrscheinlich, um die Schönheit und Anmut von Maria zu betonen, vermute ich. Interessant war die Komposition. Die Heiligen sind um Maria herum symmetrisch angeordnet. Dadurch wirkt das Bild ruhig und statisch, kontemplativ. Ob diese Anordnung mit den religiösen Gemeinschaften und der Frömmigkeit der damaligen Zeit zu tun hat?
Da steht man vor einem Bild, das vor über 500 Jahren gemalt wurde, und fühlt man sich von dem Künstler persönlich angesprochen. Na, wie findest du es, in der Art. Orioli war übrigens ein interessanter Künstler – er hat florentinische Einflüsse in die sienesische Tradition gebracht, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren.
Das Ashmolean Museum hat wirklich einen Schatz in seiner Sammlung, und ich kann jedem nur empfehlen: Wenn ihr mal in Oxford seid, schaut unbedingt vorbei! Lasst euch Zeit vor den Bildern, lasst sie auf euch wirken.
P.S.: Ich habe verschlafen, das Museum zu fotografieren. Deshalb habe ich mir von Wiki ausgeliehen.

© Spurensucherin








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